Quäl Dein Kind und es wird erfolgreich
Über diese Nachricht einer Chinesischen Mutter musste ich erst ein paar Tage nachdenken. Über die Chinesin Amy Chua diskutiert nicht nur die Bild, sondern Amy Chua hat rund um den Globus eine Erziehungsdebatte ausgelöst. Amy Chua ist übrigens US-Professorin und hat natürlich ein Buch über ihre Version der Erziehung geschrieben. Und ihre Version geht so: Quäle Dein Kind zum Erfolg. Sie zählt auch gleich mal ein paar Dinge auf, die ihre Kinder nicht durften wie z.B. ein anderes Instrument als Geige oder Klavier zu lernen. Auch durften sie nicht entscheiden, was sie in ihrer Freizeit machen oder gar schlechte Noten schreiben, war völlig indiskutabel.
Also etwas unbehaglich wird mir da schon, wenn ich das lese und aufgrund vieler Fernsehberichte von überehrgeizigen Eltern glaube ich gern, dass es sich so und nicht anders abgespielt hat. Selbst Stargeiger David Garrett hat sich in einer Talkrunde einmal so geäußert, dass viel Druck vom Elternhaus da war. Seine Perfektion kommt nicht von ungefähr und vor allem hat er dafür seine Kindheit geopfert. Wissen tatsächlich die Eltern, was für das Kind richtig ist und macht es Sinn, ganz gegen seine Interessen etwas zu erlernen? Frau Chua plädiert auf jeden Fall dafür, auch gegen seine natürlichen Begabungen zu arbeiten.
Und wenn das Kind Widerstand leistet? Na der wird selbstverständlich gebrochen, weil ja Kinder von Natur aus völlig bequem sind und sich nicht anstrengen wollen. Gut, man lernt eben nicht aus und ich bereue zutiefst, den Kindern noch keine Geige erworben zu haben und sie zum Üben gezwungen zu haben. Ich fühle mich schlecht, weil ich lieber Spass und Gammelei (Freizeit) in ihr Leben gelassen habe.
Natürlich sollte man den Kindern etwas zutrauen und sie auch fordern. Denn in dem Punkt gebe ich Frau Chua Recht. Woher wollen Kinder wissen, was sie können, wenn sie nicht über ihre Grenzen gehen? Aber muss sich das tatsächlich rigide durch die ganze Kindheit ziehen?
Amy Chua sagt, dass westliche Eltern die Individualität ihrer Kinder zu sehr respektieren. Ja, was denn dann? Sollen alle Stargeiger werden oder zieht man ein Los, in was die Kinder sich bitte zu perfektionieren haben? Bereitet das also aufs Leben vor, wenn die Kinder gegen ihre Begabungen und Neigungen Dinge tun, die sie nicht mögen? Weil das Leben eben so ist? Wie seht Ihr das? Lebt Ihr das sogar? Führt uns unser westlicher Erziehungsstil in die Sackgasse und unterstützt lediglich die sogenannte Spassgesellschaft?

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4 Kommentare
Habe auch von dem Buch gehört und finde ihre Version ziemlich heftig, wobei man vermutlich auch nicht ihren Hintergrund vergessen darf.
Allerdings wundert es mich auch, dass viele Eltern ihre Kinder heute völlig ohne Regeln und Pflichten großziehen und sich dann wundern, dass die Racker mit 12 auf der Strasse rumgammeln.
Wenn ich mich zurück erinnere, musste ich auch diverse Vereine und Hobbies testen, jedoch konnte ich mich dann frei für eines davon entscheiden. Trotzdem musste ich auf jeden Fall ein Hobby wählen, meine Eltern haben vorher keine Ruhe gegeben :)
Hi Denise,
auch ich kenne das so, dass ich damals einiges ausprobiert habe. Ich war im Chor, ich habe recht gut Schach gespielt und ich spielte Handball. Trotzdem wollte ich immer Klavier spielen lernen, weil ich Keyboards so toll fand. Aber es hat eben nicht sein sollen. In dem Punkt hätte ich mir gewünscht, in einer Stadt mit besseren Möglichkeiten gewohnt zu haben oder eben so 15 Jahre jünger zu sein. Heute kann sich jeder so ein Keyboard zu Hause hinstellen. Aber ich schweife ab.
Meine Große tanzt, ich hab schon Fusseln am Mund, weil ich ihr immer wieder predigte, dass sie, wenn sie für irgendwas Leidenschaft empfindet (also so richtig brennt), dann soll sie sich da reinknien und glücklich sein. Meine Mittelste wird jetzt leider erst mal Pokemon-Meister… haha.
Ja, ich denke auch, dass man als Eltern den Kindern die Welt öffnen sollte, es aber eben schwer ist, wenn der Tag mit Arbeit ausgefüllt ist und dann noch Existenzängste dazu kommen. Oder eben zur Existenzangst auch noch Perspektivlosigkeit dazu kommt. Da ist noch immer die Politik gefragt, die für die Kinder noch viel zu wenig macht.
Regeln und Pflichten strukturieren die Kinder, die Kunst, die Balance zu halten zwischen Spass und Muss ist eine eigene. Ich gebe zu, auch ich übe noch, deshalb ist so ein Buch wie von Chua nicht zu verdammen, sondern als Denkanstoss zu verstehen. Es gibt ja schon lustige Antivideos zu Amy Chua, die die Tiger Mother genannt wird und übrigens Jura-Professorin ist. LG Kaddi
[...] also so früh wie möglich beginnen. Es ist kein Blödsinn oder Drill. Wobei wir wieder bei der Debatte um die Erziehung und die Bildung sind. Länder, die besser in der PISA-Studie abschnitten, legen viel mehr Wert auf [...]
[...] Süddeutschen Zeitung geführt und mich mit seinen Ansichten mehr begeistert als Amy Chua mit ihrer IchbinderChefMentalität. Jesper Juul rät zur Erziehung auf Augenhöhe. Nach wie vor, kann ich nicht alle Ratschläge und [...]
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